Es gibt sie, die engagierten Menschen, die sich für ihr Veedel starkmachen. Und das Alter spielt dabei keine Rolle. So in Rodenkirchen. Am 23. Februar luden die Leitungen Anke Bonadonna und Nadja Nerlich zum Frühstück in das ASB Service Wohnen Rodenkirchen. Der Anlass: Zwei Seniorinnen und ein Senior aus der Anlage übergaben eine Unterschriftenliste für ein barrierefreies Rodenkirchen an Bezirksbürgermeisterin Dr. Sabine Müller (Bündnis 90/Grüne). Sie und die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Petra Müller (CDU) kamen der Einladung gerne nach. Neben der Übergabe der 235 Unterschriften langen Liste wurde mit allen Anwesenden (Jenny Rühl, Fachbereichsleiterin Service Wohnen sowie ASB Köln Geschäftsführer Guido Hertling) ausführlich diskutiert sowie nach Lösungen gesucht.
Seit Oktober gesammelt
Federführend für die Aktion ist Sigrid Jansen. Seit Oktober saß die auf einen Rollator angewiesene Seniorin vor und in einem Rodenkirchener Café, sprach Menschen an und machte auf die Missstände aufmerksam. „Es gibt in Rodenkirchen viele Einrichtungen für Senioren, die mit Rollator und Rollstuhl unterwegs sind. Daher wollen wir auf diese Situation aufmerksam machen“, sagt Jansen. „Aber auch junge Eltern mit Kinderwagen sind betroffen, ebenso Radfahrer“. Konkret geht es um hohe Bordsteine, den ÖPNV, Gebäude ohne behindertengerechte Toiletten oder Aufzüge, holprige Gehwege, kurze Ampelphasen und fehlende Sitzmöglichkeiten.
Belegende Fotos steuerte ihre Freundin Monika Barowitz bei. Sie selbst ist auch betroffen. Mit ihrem elektrischen Rollstuhl kommt sie kaum über hohe Kanten, verfährt sich in tiefen Schlaglöchern und muss lange Umwege in Kauf nehmen, wenn sie das Haus auf sicherem Wege verlassen will. Günter Brüggen unterstützt ebenfalls, wo er kann.
Großes Interesse vonseiten der Bezirksregierung
Während die Seniorinnen berichten, hören Bezirksbürgermeisterin Dr. Sabine Müller und Petra Müller aufmerksam zu. Petra Müller notiert sich immer wieder einzelne Punkte. „Wir sind beeindruckt über das Engagement und die Zahl der gesammelten Unterschriften“, sagt Sabine Müller. Diese Menge kann nicht unter den Tisch fallen und sie sagt zu, das Anliegen wird sie mit in die nächste Versammlung der Bezirksvertretung mitnehmen. Petra Müller ergänzt, wie wichtig sichere Wege für alle Verkehrsteilnehmer sind. Dann spätestens, wenn jemand verunfallt, zieht das schwere Konsequenzen nach sich. Im Folgenden wird diskutiert, welche kurzfristigen Verbesserungen vorgenommen werden können, und die Anwesenden blicken in die Niederlande, die einen barrierefreien öffentlichen Raum vorbildhaft vormachen.
Aktion wird fortgesetzt
„Wenn das Wetter wieder besser wird, setze ich mich wieder hin und sammele weiter“, sagt Sigrid Jansen. Sie und ihre Mitstreitenden geben nicht auf. Dr. Sabine Müller fügt hinzu: „Ich komme gerne in einem halben Jahr wieder und dann besprechen wir, was bereits geschehen ist – oder wo wir noch nachbessern müssen.“
Sie möchten mehr sehen? Der WDR war für einen Beitrag für die Lokalzeit zugegen. Dieser wurde am 23. Februar ausgestrahlt.