Ein Interview mit Anne Merkenich. Am 7. September erhält sie den Kölner Ehrenamtspreis „KölnEngagiert 2025“. Vorgeschlagen wurde sie unter anderem von Jenny Rühl (Koordinatorin/ Fachbereichsleitung DUO) und Angela Peck (Koordination DUO). DUO steht für „Schöne Stunden für Menschen mit Demenz“ und ist Teil des ASB Köln.
Seit fast 50 Jahren engagiert sich Anne Merkenich unermüdlich in Kirche, Dorfgemeinschaft und sozialen Netzwerken. Ob als Mitglied der Katholischen Frauengemeinschaft, Mitorganisatorin im Demenznetz Rodenkirchen oder als gewählte Seniorenvertreterin der Stadt Köln – ihr ehrenamtliches Wirken ist breit gefächert und tief verwurzelt. Am 7. September wird sie im Kölner Rathaus mit dem Kölner Ehrenamtspreis ausgezeichnet. Wir haben mit ihr über ihre Motivation, ihre Projekte und ihre Zukunftspläne gesprochen.
ASB Köln: Für welche Institutionen und Einrichtungen engagieren Sie sich, wofür setzen Sie sich ein?
Anne Merkenich: Seit fast fünf Jahrzehnten bin ich Mitglied der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) Hl. Drei Könige Rondorf, wo ich im Besuchsdienst, im Vorstand und bei zahlreichen Aktivitäten aktiv war. Außerdem engagiere ich mich in der Dorfgemeinschaft Rondorf-Hochkirchen-Höningen, unterstütze Projekte wie das Brunnenfest oder Seniorennachmittage und bin als Kassenprüferin tätig.
Seit 2018 bin ich Mitarbeiterin im Demenznetz Rodenkirchen, mit Schwerpunkt auf Planung und Organisation von Vorträgen und Veranstaltungen sowie beim Netzwerken. Meine Kolleginnen Jenny Rühl, Angela Peck und Sina Steidl haben mich für den Preis vorgeschlagen. Das war eine große Überraschung für mich. Außerdem bin ich Schriftführerin im Vorstand des Förderkreises der Kölner SeniorenNetzwerke e.V. Von 2017 bis 2022 durfte ich die Seniorinnen und Senioren im Stadtbezirk II als gewählte Vertreterin repräsentieren – daraus ergaben sich weitere Aufgaben wie der Runde Tisch Seniorenarbeit oder die Mitwirkung am SeniorenInfoTag in Rodenkirchen.
ASB Köln: Welche Projekte liegen Ihnen besonders am Herzen und warum?
Merkenich: Besonders verbunden fühle ich mich nach wie vor der kfd und dem Demenznetz Rodenkirchen. Dort habe ich über viele Jahre meine Energie und Leidenschaft eingebracht, weil mir die Menschen und ihre Bedürfnisse sehr am Herzen liegen.
ASB Köln: Was bedeutet Ihnen die Arbeit mit Senioren und demenziell Erkrankten?
Merkenich: Es ist mir sehr wichtig, Menschen zu unterstützen und Tabuthemen offen anzusprechen. Dank meiner vielen Kontakte kann ich Hilfestellungen geben und Brücken schlagen – das empfinde ich als besonders wertvoll.
ASB Köln: Was bedeutet es Ihnen, mit dem Ehrenamtspreis „KölnEngagiert 2025“ ausgezeichnet zu werden?
Merkenich: Ich freue mich sehr, stellvertretend für viele Ehrenamtliche den Sonderpreis entgegennehmen zu dürfen. Besonders schön ist, dass meine jungen Kolleginnen Angela Peck, Jenny Rühl und Sina Steidle vom Demenznetz Rodenkirchen dabei sein werden – sie haben die Ehrung initiiert. Das empfinde ich als große Wertschätzung, gerade auch für mich als 74-Jährige.
ASB Köln: Was hat Sie vor rund 50 Jahren dazu bewogen, sich ehrenamtlich zu engagieren?
Merkenich: Angefangen hat alles, als ich auf Anfrage der damaligen kfd-Vorsitzenden für das Müttergenesungswerk sammelte. Das mache ich bis heute gerne. Im Laufe der Jahre kam eine Aufgabe nach der anderen hinzu – aus Neugier und Interesse. Und nicht zu vergessen: 25 Jahre lang habe ich als Sitzungspräsidentin die Karnevalssitzungen der kfd in Rondorf geleitet.
ASB Köln: Woraus schöpfen Sie Kraft?
Merkenich: Aus der Betreuung meiner 96-jährigen pflegebedürftigen Mutter, aus meinem Glauben, aus der Liebe zu den Menschen – und aus der großen Unterstützung meines Mannes Jochen Brillinger, der sich für alles interessiert, was ich im Ehrenamt tue.
ASB Köln: Warum lohnt es sich, sich ehrenamtlich zu betätigen?
Merkenich: Weil man unendlich viel zurückbekommt. Natürlich gibt man Liebe, Kraft und Zeit – aber die Anerkennung, Dankbarkeit und die vielen neuen Erfahrungen wiegen das mehr als auf.
ASB Köln: Welche Eigenschaften sind hier besonders wichtig?
Merkenich: Nächstenliebe, Interesse und Hilfsbereitschaft. Wer das mitbringt, kann sehr viel bewegen.
ASB Köln: Was möchten Sie in Zukunft noch erreichen?
Merkenich: Mein Wunsch ist es, trotz meiner Mobilitätseinschränkungen noch weiterhin lange für Menschen da sein zu können und zu helfen, wo ich gebraucht werde. Mein Herzenswunsch wäre, dass sich viele Menschen ehrenamtlich in unserer Gesellschaft engagieren.
Vielen Dank für das Interview.
Ihr ASB Köln
Foto: Bettina Fürst-Fastré, zVg durch Demenznetzwerk Rodenkirchen